Ausstellung: „Lebenswerte Stadt – 28 X Stadtentwicklung in Dänemark“

Stadtentwicklung bewegt. Bürger:innen, Planer:innen, Politiker:innen. Dabei müssen Städte sich für die Zukunft rüsten und nachhaltiger werden. Wie das aussehen kann? Das zeigt die neue Ausstellung an den Nordischen Botschaften in Berlin anhand von 28 Beispielen aus Dänemark.

 

Felleshus der Nordischen Botschaften | Rauchstraße 1, 10787 Berlin
Ausstellungsperiode: 28. Januar 
– 14. Mai 2023
Mo–Fr: 11–19 Uhr, Wochenende & Feiertage: 11–16 Uhr 
(Eintritt frei)

 

Foto: Streetmekka Viborg, EFFEKT / Rasmus Hjortshøj

Foto: Streetmekka Viborg, EFFEKT / Rasmus Hjortshøj

Über die Ausstellung

Ohne Bürger:innen, keine Stadt. Gleichzeitig müssen Städte sich für die Zukunft rüsten und nachhaltiger werden. Doch wie kann die Stadt für alle lebenswert gestaltet werden? Wie das aussehen kann, zeigt die neue Wanderausstellung der dänischen Botschaft anhand von 28 Beispielen aus Dänemark.

Die Ausstellung zeigt eine Reihe gelungener Beispiele von Architektur und Städteplanung in Dänemark und wirft bewusst auch einen Blick auf Projekte außerhalb der größten Städte, die oft genug die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Interviews und filmische Eindrücke der Projekte. Als Kaleidoskop ganz unterschiedlicher Projekte will die Ausstellung gleichzeitig auch eine Anregung zur Diskussion sein: Was macht eigentlich die lebenswerte Stadt aus, für wen bauen wir und wer darf und kann mitmachen?

Aus Protest gegen die zumeist öden Flächen zwischen den tristen Wohnblocks im Kopenhagener Vorort Høje Gladsaxe baute der dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl 1969 mit Gleichgesinnten über Nacht einen Spielplatz dazwischen. Eine wahre urbane Guerilla-Aktion, die einen kleinen Eingriff in die Stadt darstellte, aber einen weitreichenden Impuls für die dänische Stadtentwicklungsdebatte gab. Die Philosophie von Jan Gehl, die er in seinen Standardwerken Leben zwischen Häusern und Städte für Menschen vermittelt, hat Maßstäbe gesetzt. Es ging ihm um die Förderung des sozialen Miteinanders in der Stadt und den Respekt für die Bedürfnisse der Menschen. Dänische Architekt:innen und Stadtplaner:innen messen sich spätestens seitdem an diesen Leitsätzen und überlegen sich, wie der gebaute Rahmen für Lebensqualität aussehen könnte.

Eine Stadt besteht nicht nur aus Häusern, sondern wird erst eine Stadt, wenn es Leben zwischen den Häusern gibt. Wie plant und baut man dafür? Seit der Epoche der modernistischen Bausünden der 60er Jahre mit viel Platz für Autoverkehr, die auch an Dänemark nicht spurlos vorüberging, ist einiges geschehen.

Städteplanung muss sich heute mit Korrekturen auseinandersetzen, wo Stadtzentren aussterben und wo Häfen nicht mehr industriell genutzt werden. Wie das gelingt, kann man in Svendborg auf Fünen erleben, wo ein lebendiges Hafenmilieu entsteht. Es geht auch um Begegnungen und Raum für Gemeinschaften.

Städteplanung muss aber auch mit Respekt für Nachhaltigkeit und mit Blick auf Klimaveränderungen geschehen. Nicht nur um des Planeten willen, sondern weil ganz konkret Überschwemmungen drohen. Wie Maßnahmen zur Klimaanpassung gleichzeitig Biodiversität fördern können, zeigt beispielsweise die blau-grüne Gartenstadt Kokkedal und auch das Klimaquartier Skt. Kjelds in Kopenhagen.

Dänemark rühmt sich ohne Zweifel mit einigen beeindruckenden Flagships der Architektur, aber die Frage, ob man immer neu bauen muss, stellen sich auch dänische Architekt:innen. Maltfabrikken in Ebeltoft, Polymeren auf Fünen oder das Streetmekka in Viborg zeigen, wie leerstehenden älteren Industriebauten neues Leben eingehaucht werden kann – übrigens oft auch auf Initiative der Bürger:innen selbst.

Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob immer neu gebaut und eingegriffen werden muss. Nicht alles ist planbar und es gilt in manchen Fällen, die Stadt den Menschen zu überlassen und ihrer eigenen Art, die Stadt zu nutzen. Wie im Fall der Fjordbyen in Aalborg.

Die Ausstellung ist in sieben Themenbereiche mit jeweils vier Beispielen gegliedert: Recycelte Stadt, Die Bürger:innen und ihre Stadt, Freiräume und Stadtnatur, Stadt am Wasser, Stadt & Rad, Die nachhaltige Stadt sowie Stadt & Kinder. Weitere Informationen zur Ausstellung und zu den verschiedenen Themenbereichen finden Sie in unserem Begleitflyer.

Kooperationspartner

Die Ausstellung Lebenswerte Stadt – 28 x Stadtentwicklung in Dänemark ist von der Königlich Dänischen Botschaft in Zusammenarbeit mit dem dänischen Institut für Stadtplanung entwickelt worden.

Mit freundlicher Unterstützung des dänischen Außenministeriums, des dänischen Kulturministerium, vom Dreyers Fond sowie Larry vs. Harry und out-sider.

Das Begleitprogramm entsteht in Kooperation mit der Bundesstiftung Baukultur, dem Dänischen Architektur Center, der Architektenkammer Berlin sowie der Roskilde Festival Højskole.

Zusätzlich zur Hauptausstellung zeigt der Verein paper planes e.V. aus Berlin bis 26. Februar 2023 eine Pop-Up-Ausstellung über das Manifest der freien Straße.

Rahmenprogramm (27. Januar – 14. Mai 2023, Berlin)

Freitag, 27. Januar

14:00 „Mit Lastenrädern durch die Stadt“ (Radtour von Kreuzberg zum Felleshus)

Steigen Sie mit den Kolleg:innen der Kgl. Dänischen Botschaft & dem Team von Punta Velo Berlin aufs Lastenrad oder Fahrrad und erkunden Sie einen Teil der Fahrradstadt Berlin! Wir starten am Fahrradladen von Punta Velo in der Lindenstraße 90–91, von dort geht es gemeinsam zu den Nordischen Botschaften.

Unterwegs schauen wir uns Symbole der Stadtveränderung an, besichtigen smarte Lösungen (wie Fahrradstraßen) und diskutieren Probleme. Mit dabei sind auch Radler:innen vom Team Rynkeby Berlin, die mit ihren Rennrad-Aktionen die Deutsche Kinderkrebsstiftung unterstützen.

Details & Anmeldung

 

15:30 „Einen Gang höher schalten“ (Rad-Symposium im Felleshus)

Herausforderungen und Lösungsmodelle zur Integration des Radfahrens in den Städten Kopenhagen und Berlin stehen auf dem Programm dieses Kompakt-Workshops. U.a. mit der Radverkehrsbeauftragten des Bundes Karola Lambeck (BMDV), dem Team von paper planes e.v., Verantwortlichen der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, von GB infravelo sowie vom Radsekretariat Kopenhagen. Zum Abschluss können Interessierte das beliebte Lastenrad von Larry vs Harry im Innenhof der Botschaft testen.

Details & Anmeldung

 

18:00 Eröffnung (im Felleshus)

Feierliche Eröffnung mit Botschafterin Susanne Hyldelund.

Details & Anmeldung

 

27. Januar – 26. Februar

Pop-up-Ausstellung über das Manifest der freien Strasse. Das dahinterstehende Team von paper planes e.V. – Denkfabrik für ein besseres Leben zwischen den Häusern bespielt einen Teil der Ausstellung.

 

27. Februar – 3. März

Take-over im Felleshus. Die Designklasse der Roskilde Festival Højskole gestaltet gemeinsam mit deutschen Schüler:innenn einen Raum in der Ausstellung. Das Ergebnis ist ab 4. März zu bewundern.


28. Februar

Baukultur macht Schule – aber wie? Ein Baukultursalon in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Baukultur sowie der Roskilde Festival Højskole und weiteren Gästen aus Dänemark und Deutschland

Details & Anmeldung


9
. März

Let’s talk Architecture: Resilient Cities. Danish-German talk previous to the UIA World Congress of Architects in Copenhagen 2-6th July 2023. Moderated by journalist and author Michael Booth. With the participation of Caroline Nagel (COBE architects), Robert Martin (JAJA architects), Elise Pischetsrieder (weberbrunner Architekten) & Martin Henn (HENN Architekten). In cooperation with the Danish Architecture Center and Architektenkammer Berlin.

Details & Anmeldung (folgt in Kürze)

Stationen der Wanderausstellung

10.9.–27.10.22: Wissenschaftspark Gelsenkirchen (siehe hier)

8.11.–22.11.22: Kunst-Werk Arnsberg (siehe hier)

28.1.–14.5.23: Nordische Botschaften Berlin (siehe hier)

Pressematerial

Flyer zur Ausstellung (inkl. Grußwort der Botschafterin & Übersicht zu den sieben Themenbereichen)

Besipielprojekte aus der Ausstellung:

Pressebilder (für redaktionelle Berichterstattung, Copyright angeben)

Kontakt

Birgitte Tovborg Jensen | Projektleiterin Kultur & Public Diplomacy, dänische Botschaft [email protected] | (+49) 30 5050 2202

 

Paul Greiner | Pressereferent, dänische Botschaft | [email protected] | (+49) 30 5050 2203