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Die Grenzziehung und die Minderheit

Nach Beendigung des Krieges 1864 musste Dänemark beim Frieden von Wien die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an die deutschen Siegermächte abtreten.

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Während in Holstein und Lauenburg vorwiegend Deutsch gesprochen wurde, war der überwiegende Teil der Bevölkerung im nördlichen und mittleren Teil von Schleswig dänischgesinnt. Paragraph 5 des Prager Friedens von 1866 sah eine Volksabstimmung in "den nördlichen Bezirken von Schleswig" vor, die jedoch nicht umgesetzt wurde. Die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg machte dagegen den Weg für eine neue Entscheidung frei, die auf dem nationalen Selbstbestimmungsrecht basierte. 

Bei den beiden Volksabstimmungen vom 10. Februar und 14. März des Jahres 1920 stimmten jeweils 74,9 % und 19,8 % der Wahlberechtigten in den beiden Abstimmungszonen für einen Beitritt zu Dänemark. Gemäß den Bestimmungen des Vertrags von Versailles fiel die erste Zone somit an Dänemark, während die zweite Zone in Deutschland verblieb. Die offizielle Eingliederung Nordschleswigs wurde am 5. Juli 1920 mit einem zweiseitigen Vertrag zwischen Dänemark und den Alliierten bestätigt. Fünf Tage später unternahm der dänische König Christian X. seinen berühmten Ritt über die alte Grenze nördlich von Christiansfeld.

Im Ergebnis der Abstimmung bereits angedeutet, ergab sich auch in der Realität, dass auf beiden Seiten der neuen Grenze jeweils eine nationale Minderheit entstand. Über die dänische Minderheit in Südschleswig sagte der damalige Staatsminister Niels Neergaard 1920: "Sie sollen nicht vergessen werden." 

Über die Jahre hat sich der dänische Staat zu dieser Verpflichtung bekannt. Mit einem jährlichen Zuschuss, der im Jahr 2011 sich auf ca. 475 Mio. DKK belief, trägt der dänische Staat dazu bei, dass innerhalb der dänische Minderheit, der ca. 50.000 Personen zugerechnet werden, viele dänische Angebote aufrecht erhalten werden können - hierunter eigene Kindergärten, Schulen, Kirchen, Büchereien, Jugend- und Kulturvereine sowie eine eigene Zeitung. Aufgrund des breiten Angebots können alle, die es wünschen, im deutschen Alltag ein dänisches Leben führen.

Nähere Informationen über die dänische Minderheit kann man u.a. auf den Seiten der Sydslesvigsk forening, oder auf Anfrage bei den einzelnen dänischen Vereinen, Organisationen und Einrichtungen erhalten. Weitere Informationen sind auf http://www.graenseforeningen.dk/ zugänglich.


Königlich Dänisches Generalkonsulat
Nordergraben 19
D-24937 Flensburg


Tlf: 0461-14400-0
Fax: 0461-17928
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