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Danish Jewellery Box -  Zeitgenössisches Schmuckdesign

11.03.2021  15:22

Am 12. März 2021 eröffnen die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Susanne Hyldelund (Botschafterin des Königreichs Dänemark) mittels digitaler Ansprachen die Ausstellung „Danish Jewellery Box. Zeitgenössisches Schmuckdesign“ des Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK).
In einem Video, das am 12. März um 19 Uhr auf www.makk.de veröffentlicht wird, sprechen außerdem Isabel Pfeiffer-Poensgen (Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen), Janne Krogh Hansen (Mitglied des Ausschusses für Kunsthandwerk und Design der Danish Arts Foundation), Mette Saabye und Dr. Petra Hesse (Kuratorinnen der Ausstellung). Die Eröffnung war ursprünglich für den 26. November 2020 geplant.

Die Ausstellung bietet einen eindrucksvollen Einblick in 50 Jahre dänisches Schmuckdesign anhand von rund 200 ausgewählten Arbeiten. Als dialogischer Diskurs sind zusätzlich einige Beispiele aus der Schmucksammlung des MAKK in die Ausstellung integriert. Schmuck als eigenständige Kunstform blickt in Dänemark auf eine lange Tradition zurück. Ausgehend von den Einflüssen der Arts & Crafts Bewegung um 1900 entwickelte sich seit 1916 eine eigenständige Formensprache, die durch einen schlichten und gleichzeitig ausdruckstarken Minimalismus geprägt war, der bis heute als Markenzeichen für dänische Schmuckkunst gilt. Zeitgenössisches Schmuckdesign made in Denmark ist aber viel mehr. Denn es reflektiert und interpretiert eigenständig die jeweilige Epoche vor dem Hintergrund kultureller, ästhetischer und gesellschaftlicher Fragestellungen.

Mit thematischen Gegenüberstellungen gelingt es den Kuratorinnen Mette Saabye (Schmuckdesignerin, Kopenhagen) und Petra Hesse (Direktorin MAKK), diesen Aspekt in der Präsentation spielerisch herauszuarbeiten. Themenpaare wie Körper & Schmuck, Tradition & Innovation, Status & Macht, Ritual & Fetisch, Raum & Bewegung, Humor & Sarkasmus oder Identität & Diversität ermöglichen einen spannenden und ungewohnten Zugang in die Vielschichtigkeit und die Entwicklung des dänischen Schmuckdesigns. In der Ausstellung vertreten sind insgesamt 59 zeitgenössischen dänischen Schmuckdesigner*innen, darunter finden sich Arbeiten von Anne Lahn, Annette Dam, Camilla Prasch, Gerda und Nikolai Monies, Helle Bjerrum, Kim Buck, Knud Erik Andersen, Marie-Louise Christensen, Mette Saabye, Peder Musse, Per Suntum und Pernille Mouritzen.

Der Ausstellungstitel bezieht sich auf die Schmucksammlung der Danish Arts Foundation. Als staatliche Einrichtung baut diese seit 1978 eine „Jewellery Box“ auf, die mittlerweile rund 340 Objekte zählt und im Museum Koldinghus in Ost-Jütland dauerhaft präsentiert wird. Eine Besonderheit der Sammlung ist das Ausleihmodell „Vores Smykker“, das 2007 auf dem Konzept entwickelt wurde, dass Schmuck geschaffen wird, um am Körper getragen zu werden. Jede dänische Bürger*in, die eine aktive Rolle bei einer offiziellen öffentlichen Veranstaltung spielt, kann sich seitdem für den jeweiligen Anlass im In- oder Ausland aufwändige Ringe, farbenfrohe Halsketten oder experimentelle Broschen ausleihen. Die 'Schmuckleiher' werden zu Botschaftern der Schmuckkunst und ermöglichen deren Verbreitung, indem sie den Schmuck öffentlich tragen und einen Dialog mit einem größeren Teil der Bevölkerung herstellen.

Die Schmucksammlung des MAKK, die ab Ende 2022 als eigenständige Schausammlung umfänglich präsentiert wird, umfasst mehr als 1.500 Objekte von der Antike bis zur Gegenwart. In „Danish Jewellery Box“ werden nun 27 ausgewählte Beispiele sowohl von renommierten deutschen als auch von internationalen Schmuckkünstler*innen dem dänischen Schmuckdesign gegenübergestellt. Namentlich präsentiert das MAKK unter anderem Werke von Peter Chang, Wendy Ramshaw, Dieter Roth, Peter Skubic, Falko Marx, Bernhard Schobinger, E.R. Nele und Johanna Dalm.

Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit The Danish Arts Foundation und im Rahmen des deutsch-dänischen kulturellen Freundschaftsjahres statt. Durch Ausstellungen, Konzerte, Theater, Debatten, künstlerische Projekte und Plattformen sowie Kulturaustausch und -tourismus dient das Freundschaftsjahr einerseits dazu, die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Deutschland zu vertiefen und andererseits als ein internationales Beispiel für ein friedliches und zukunftsorientiertes Zusammenleben im 21. Jahrhundert.