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Ausstellung zu Design und Gesellschaft in Dänemark: „Much More Than One Good Chair”

03.05.2017  10:27
Am 10. Mai 2017 eröffnet die Königlich Dänische Botschaft die Ausstellung „Much More Than One Good Chair – Design and Society in Denmark“. Noch bis Juli erhalten Besucher in den Ausstellungsräumen des Felleshuses der Nordischen Botschaften einen einmaligen Einblick in die Zeitlosigkeit, Kreativität und Vielfältigkeit dänischer Designklassiker.

Schwan, Ei, Ameise – eine erste Annäherung an die Ikonen des dänischen Designs vermag zunächst eher an eine Biologiestunde erinnern. „Der Schwan“, „das Ei“ und „die Ameise“ sind aber mitnichten allein Begriffe aus der Natur, sondern stehen ebenso wie „The Panton Chair“, „PK22“, „Y-Stuhl“ und „The Chair“ oder Børge Mogensen beziehungsweise Arne Jacobsen synonym für die dänischen Designerfolge des 20. Jahrhunderts. Und im Falle der Produktbezeichnungen auch alles Namen für Stühle.

Tatsächlich spielen Stühle im dänischen Design eine besondere Rolle. Der dänische Tischler, Architekt und Möbeldesigner Hans J. Wegner hatte es sich beispielsweise zum Lebensziel gesetzt, einen guten Stuhl zu entwerfen. Ein Rückblick auf die Designgeschichte Dänemarks zeigt jedoch, dass es natürlich um weit mehr als den perfekten Sitzplatz ging.

Wie aber schaffte es der Bereich Design die Außenwahrnehmung Dänemarks – ebenso wie die dänische Wahrnehmung nach Innen – so zu prägen? Welche Voraussetzungen standen am Beginn dieser faszinierenden Entwicklung? Die Ausstellung „Much More Than One Good Chair“ nähert sich dem Phänomen dänischen Designs sowie der gesellschaftlichen Interaktion an und stellt sich sowie dem Besucher die interessante Frage: Wie konnte Design aus Dänemark so populär werden – und es bis heute bleiben?

Anhand ausgewählter Objekte von 1945 bis heute wird nicht nur Designgeschichte erzählt, sondern auch ein facettenreiches Porträt Dänemarks gezeichnet: Angefangen beim Traum der Wohlfahrtsgesellschaft – Design für alle! – bis zu den Normen und Anforderungen des heutigen Designs in einer globalisierten Welt mit immer weitreichenderen gesellschaftspolitischen Implikationen. Die Ausstellung präsentiert sowohl die Klassiker wie Børge Mogensen, Arne Jacobsen, Finn Juhl und andere. Gleichzeitig werden aber auch neue Designlösungen wie ein wasserreinigender Strohhalm oder eine App für Blinde gezeigt.

Designtalks im Rahmenprogramm der Ausstellung

Parallel präsentiert die Dänische Botschaft in enger Zusammenarbeit renommierten deutschen Partner aus dem Bereich Design bzw. Architektur im Rahmenprogramm zur Ausstellung zwei Gesprächsrunden zum Thema: Am Donnerstag, dem 1. Juni 2017 ab 19.30 Uhr werden in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus Archiv im Designtalk: „Bauhaus und Dänemark. Wege des Funktionalismus und die Bedeutung der »humanistischen Moderne« heute“ mit u.a. Professor Carsten Thau von The Royal Danish Academy of Fine Arts die Verbindungen zwischen den deutschen Designklassikern des Bauhaus und den dänischen Designikonen besprochen. 
Zudem geht am Freitag, dem 30. Juni 2017 ab 19.30 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Hatje Cantz Verlag bei der Veranstaltung „Ikonen des dänischen Design – Zeitlose Klassiker oder nostalgischer Retrowelle?“ u.a. mit dem Fachjournalisten Lars Hedebo Olsen von der dänischen Zeitung Politiken um die Bedeutung des dänischen Designs in unserer heutigen Zeit.

Kurzinformationen
Veranstaltung:  „Much More Than One Good Chair“
Ausstellungseröffnung: 18.30 Uhr, 10. Mai 2017
Ort: Königlich Dänische Botschaft / Rauchstraße 1 / 10787 Berlin (Tiergarten)
Ausstellungszeit: Vom 11. Mai bis 7. Juli, 2017
Kurator: Designer und Designhistoriker Thomas Dickson
Textredaktion: Jesper Munch Toldam
Ausstellungsdesign: Witthøft-Latourelle
Grafik: Paul Bieri, dia-Netzwerk für Kommunikation

Mit freundlicher Unterstützung von „15. Juni-Fonden“, „Knud Højgaard Fond” und dem Dänischen Kunstrat.