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Leipziger Buchmesse 2018

12.03.2018  13:28
Vom 15. bis 18. März 2018 öffnet die Leipziger Buchmesse wieder ihre Tore. Am nordischen Stand kann auf der größten Buchmesse der Welt alles von berühmten Größen des nordischen Literaturbetriebs wie Henrik Pontoppidan bis hin zu jungen, hungrigen Dichter erlebt werden.

Im Literaturbetrieb Deutschlands ist die Messe mit über 250.000 Gästen das Ereignis des Frühjahres. Alle großen Medien haben Platz für Sonderseiten geschaffen, um über dieses Ereignis zu berichten. Thematischer Schwerpunkt wird nicht allein die Schönliteratur sein. Es wird auch in hohem Maße um politische Bücher gehen, wobei die Messe typischerweise den Zeitgeist der politischen Diskussion in Deutschland recht gut wiederspiegelt – in diesem Jahr u.a. mit Veröffentlichungen zum Thema 1968.

Auch wieder in diesem Jahr sind die nordischen Länder mit einer breiten Auswahl an Verfassern vertreten. Die offizielle Eröffnung findet in diesem Jahr bereits am Mittwoch statt, nach welcher alle nordischen Autoren sich in den folgenden Tagen am nordischen Stand einfinden werden.

Freitagabend wird erneut die Nordische Lesenacht stattfinden, die traditionell viel Publikum anzieht. Eine Reihe nordischer Autoren wird am Veranstaltungsort „Werk II“ erwartet, um aus ihren Werken vorzulesen und über diese und ihre Arbeit als Autoren zu diskutieren. Dies soll eine Art Lese-Marathon werden, bei der das deutsche Publikum die Möglichkeit erhält, nordische Sprachen zu hören.

Auf der eigentlichen Messe wird die Jugendbuchautorin Mette Eike Neerlin ihr Buch „Hest, hest, tiger, tiger“ (auf Deutsch: Pferd, Pferd, Tiger, Tiger – erschienen im Dressler Verlag) vorstellen. Das Buch wurde von Friederikke Buchinger übersetzt. Auf der Messe wird die Autorin selbst mit der Moderatorin Jessica Schlage ihr Werk präsentieren.

Der dänische Autor Mich Vraa hat 2016 das Buch „Håbet“ herausgegeben, in welchem es um den dänischen Sklavenhandel im 19. Jahrhundert geht. Dieses Buch wurde jetzt auf Deutsch übersetzt (Die Hoffnung) und wird bei Hoffman&Campe veröffentlicht. Ulrich Sonnenberg ist für die Übersetzung verantwortlich. Der Autor wird auch an der Nordischen Lesenacht teilnehmen. Hier wird auch Thomas Rydahl auftreten – neben seinen eigenen Auftritten auf der Messe. Rydahls viel gelobtes Krimi-Debut „Eremitten“ ist bei Heyne Encore („Der Einsiedler“) herausgekommen und wurde von Günther Frauenlob übersetzt.
Zudem widmen mutige Verlage aus Deutschland sich mehr und mehr den dänischen Literaturklassikern. In„Himmerlandsfolk“ des dänischen Literaturnobelpreisträgers Johannes V. Jensen aus dem Jahr 1898 geht es um das Schicksal der Bauern von Jütland und stellt den ersten Band der späteren, dreibändigen „Himmerlandshistorier“ dar. Der kleine Berliner Verlag Guggolz hat sich in der Neuauflage von Klassikern spezialisiert und plant, alle Geschichten von Jensen herauszugeben – in Zusammenarbeit mit dem Übersetzer Ulrich Sonnenberg. Übersetzer und Verlegen präsentieren den ersten Band auf der Messe. Ein anderer dänischer Nobelpreisträger, Henrik Pontoppidans „Den Kongelige Gæst” von 1908 wurde ebenso von Sonnenberg neu übersetzt (Der Königliche Gast) und in der Edition Sonblom herausgegeben. Auf der Buchmesse wird Sonnenberg über diese besondere Sonderausgabe mit Drucken deutscher Künstler gemeinsam mit der Verlegerin Dr. Edda Baussmann sprechen.

Donnerstagnachmittag sind dann die deutschen Autoren Gisela Heidenreich und Irja Wendisch mit ihrem 2017 erschienenen, ergreifendem Buch ”Born of War – Vom Krieg geboren” zu Gast. Es geht in diesem Werk um die Kinder, deren Väter deutsche Soldaten in von der Wehrmacht besetzten Ländern waren. Im Buch kommen Personen aus ganz Europa zu Wort, die sich über ihre harte Kindheit als „Kinder des Feindes“ und auch über das Verhältnis zu ihren Müttern äußern, die häufig ihre Vergangenheit zu verbergen versuchten.

Der neue Nord Verlag, der von Camilla Zuleger geführt wird, hat u.a. den talentierten dänischen Dichter Victor Boy Lindholm mit „Guld“ (Gold) von 2014 herausgegeben. Victor Boy Lindholms Gedichtsammlung ist der Teil der sogenannten „hyklertriologi“ (die „Heuchlertrilogie“, zu der auch die späteren Veröffentlichungen „NO HARD FEELINGS“ und „Resort“ gehören. Camilla Zuleger wird die Buchmesse für eine spannende Diskussion über ihre neue Verlagsinitiative am Samstagnachmittag besuchen.

Auch dänische Verfasser, die bisher noch nicht auf Deutsch erschienen sind, werden den Nordischen Stand besuchen. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag kommen Mette Sø, Kim Blæsbjerg und Peder Frederik Jensen zu Besuch, um über ihre Projekte zu berichten. Dies geschieht innerhalb des Rahmens eines neuen Gemeinschaftsprojekts zwischen der dänischen Autorenvereinigung, Institut Francais und dem Goethe-Institut, die darauf abzielt, mehr Übersetzungen zwischen den Sprachen zu fördern.

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Der Übersetzer Hannes Langendörfer ist verantwortlich für die Präsentation der drei jungen Schriftsteller, die sich auf neugierige Verlage und Übersetzer freuen.